Iran-Spring
Iran ۲۵ آذر ۱۳۹۸

: Amnesty berichtet von vielen Toten bei Demonstrationen

: Amnesty berichtet von vielen Toten bei Demonstrationen
Razzien gegen Demonstrierende gehen demnach weiter.

Bei der Niederschlagung der Proteste im November im Iran sind offenbar deutlich mehr Menschen getötet worden als bislang angenommen. Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International zufolge starben mindestens 304 Menschen. Mehrere Tausend seien zudem beim gewaltsamen Einschreiten verletzt worden. Die militante Oppositionsbewegung Volksmudschaheddin sprach sogar von mehr als 1.500 getöteten Demonstrantinnen und Demonstranten.

Bisher war Amnesty von 208 Toten ausgegangen. Die iranische Führung hatte diese Zahl als Lüge bezeichnet. Von iranischen Behörden wurden nur fünf Tote bestätigt, unter denen vier Mitglieder der Einsatzkräfte gewesen sein sollen.

Amnesty sammelte nach eigenen Angaben "erschütternde Zeugenberichte" darüber, dass die Behörden die Demonstrierenden massakriert hätten. Demnach gingen diese mit "tödlicher Gewalt" vor. Anschließend hätten die Behörden mittels rigoroser Maßnahmen die hohe Zahl der Todesopfer zu vertuschen versucht, heißt es in dem neuen Bericht. Tausende Demonstranten, Journalistinnen, Menschenrechtsaktivistinnen und Studenten seien nach offiziell unbestätigten Informationen festgenommen worden.

Festnahmen gehen offenbar weiter

Laut Informationen aus unabhängigen Quellen gingen auch einen Monat nach Beginn der Proteste im ganzen Land die Razzien weiter, hieß es von Amnesty. Menschen würden in ihren Wohnungen oder an ihren Arbeitsplätzen festgenommen.

Die landesweiten Kundgebungen hatten am 15. November wegen einer Erhöhung der Benzinpreise begonnen. Da die Regierung in der Zeit das Internet tagelang weitgehend abschaltete, drangen nur langsam Informationen an die Öffentlichkeit. Die Proteste wurden von den Einsatzkräften innerhalb weniger Tage niedergeschlagen. Die Regierung gestand das gewaltsame Vorgehen der Beamten ein.

Demonstrierende im Iran stehen um ein brennendes Auto. © AFP/​Getty Images
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